Georg Tschernich
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Bericht von meiner Radtour auf dem Deutschland-Radweg

 

Mein Schlussbericht

 

Als am 30. Mai 2013 meine Radtour durch Deutschland startete wusste ich noch nicht was alles auf mich zukam. Egal was kommen sollte, ich sah alles positiv an, denn ich hatte ein Ziel vor Augen. Und mein Ziel war auf meiner Süd-Nord-Route einmal durch Deutschland zu fahren und in Aventoft ankommen.

 

Bei 3° und Regen-Schneegemisch schwang ich mich auf mein Rad und fuhr durch das Stillachtal hinab nach Oberstdorf. Meine Fahrtrichtung war auf dem Illertalradweg nach Ulm zu fahren. In diesen Tagen war überall in Deutschland Unwetter, so auch hier. Dementsprechend wurde der Radweg in Mitleidenschaft gezogen und von dem Starkregen so aufgeweicht dass man mit den Reifen zum Teil versank. Es war mir bekannt dass der Illertalradweg überwiegend aus befestigendem Schotter zu befahren ist. Nun ja, da musste ich durch und ich schaffte meinen ersten Tag ziemlich durchnässt.

 

Das Wetter wurde mit der Zeit besser und es machte mir mehr Freude jeden Morgen auf das Fahrrad zu sitzen. Unterwegs sah man erst einmal die Ausmaße dieses schlechten Wetters, denn überflutete Radwege, umgestürzte Bäume und Sträucher waren schon an vielen Orten zu sehen. Ab Lauda im Taubertal wurde mir dringend empfohlen mit dem Zug über Würzburg nach Gemünden am Main zu fahren. Gerade wegen dem Hochwasser waren etliche Radwege wegen Überflutungen gesperrt. Schweren Herzens nahm ich diesen Ratschlag an. Ab Gemünden bin ich durch die Rhön auf dem Sinntalradweg gefahren wo ich dann ab Fulda den Fuldaer-Radweg befuhr. Diese beiden Radwege sind ein Traum um hier entlang zu fahren. Wunderschön die Streckenführung und eine tolle Gegend mit vielen Naturschutzgebieten.

 

Ab Hannoversch Münden, wo die Werra und Fulda sich vereinen, verlief meine Reise bis kurz vor Bremen an der Weser entlang. Der Weserradweg ist touristisch gesehen ein reizvoller Weg, der aber bei vielen Streckenabschnitten an Straßen abseits der Weser entlang führt. Leider sind hier auch wegen Überschwemmungen öfters die Radwege gesperrt gewesen und man muss wieder auf Straßen ausweichen. Landschaftsmäßig ist es an der Weser wunderschön zu fahren und man sieht dass man hier schon stark ins Flachland gekommen ist.

 

Kurz vor Bremen änderte ich meine Richtung und es ging nach Hamburg. Über die Elbbrücken musste ich auf Umwegen fahren, da manche Radwege wegen einer internationalen Gartenaustellung gesperrt waren. Irgendwie schaffte ich es und sah später die Landungsbrücken und den Hafen. Da kannte ich mich dann wieder aus und habe meinen Weg nach Blankenese eingeschlagen. An der Elbe entlang ein Traum, in Brunsbüttel mit der Fähre über die Eider gefahren und bis nach Husum war toll zu fahren. Hier waren auch unterschiedliche Radwegeoberflächen erkennbar und man musste sein Fahrverhalten aufs Gelände anpassen. Am und auf dem Deich sowie eine ca. 12 Km lange Fahrt am Wattenmeer entlang war für mich schon ein Highlight hier entlang zu fahren. Starker Gegenwind prägten die vielen Kilometer die ich fahren musste.

 

Doch als ich ins Landesinnere abbog Richtung Ziel Aventoft ließen die Winde nach und ich bin dann um 16:20 Uhr nach 1.495 Km hier angekommen.

 

Mein Radfahrtraum ging hiermit in Erfüllung.

 

Doch ich sollte am anderen Tag noch weiter fahren, nach Flensburg. Mit dem Fahrrad eine Stadtrundfahrt, eine Tour an die Flensburger Förde und am Hafen entlang war mein Tagesprogramm bevor ich abends dann in den Zug einstieg und in Richtung Heimat fuhr. So kamen dann bei meiner Radtour in 18 Tagen Fahrzeit insgesamt 1.567 Km zusammen.

 

Mein Fazit zum Schluss: Die Radwege im Norden sind stellenweise brüchig, haben Bodenerhebungen und auch Wurzelbrüche. Viele unterschiedliche Fahrbahneigenschaften sind vorhanden, wie z.B. Schotter, Waldwege und Grosskopfplastersteine die die Fahreigenschaften beeinträchtigen.

Insgesamt gesehen war meine Radtour durch Deutschland ein Neuland für mich gewesen.  Ich habe Deutschland nun von einer anderen Seite kennen gelernt. Fasziniert haben mich die unterschiedlichen Streckenführungen, die Infrastruktur der touristischen Gegenden mit ihren tollen Sehenswürdigkeiten und was mir besonders gefallen hat war die Offenheit der Leute und Gastgeber gegenüber der Radtouristen.

Für mich war es auch ein Stück Freiheit und aber auch ein gewisses Etwas an Abenteuer.

 

Trotz allem:                                                                                                                             Jeder der gerne Radfahren tut und auch mit Gepäck reisen möchte sollte einmal meinen Deutschland-Radweg fahren. Es werden immer wieder neuere Radstrecken dazu kommen oder durch andere erweitert.

Freuen würde ich mich auch über diese Berichte die mancher dann ins Netz stellen kann.

 

Es war einfach schön